Case Study
Prozesskostenreduktion und Kanban-Einführung im Einkauf
Nutzfahrzeugtechnik (Umsatz: >80 Mio. EUR, ca. 360 Mitarbeiter)
Interim Manager Einkauf
Das Unternehmen war vollständig ausgelastet, stand jedoch unter massivem Druck: steigender Einkaufspreise, sinkender Margen und sehr hoher Prozesskosten. Besonders betroffen waren direkte Warengruppen wie Stahlbau, Laserzuschnitte, Hydraulik und Elektrik. Die Einkaufsleitung war interimistisch besetzt, während das operative Team überlastet war.
Ich habe zentrale Warengruppen international ausgeschrieben und neu verhandelt, insbesondere für Stahl, Bleche, Hydraulikkomponenten und elektrische Baugruppen. Parallel wurden neue Kanban-Lösungen eingeführt: Werkzeuge und PSA wurden in kanbanfähige Schränke ausgelagert, Einzelartikel über ein standardisiertes Nachschubsystem organisiert.
Zusätzlich wurden Refill-Systeme als Ersatz für Einwegverpackungen eingeführt (z. B. bei Reinigern und Lecksuchsprays), um Kosten und Abfall zu reduzieren. Für ein Defense-Projekt konnte eine Einzelpreissenkung durch Umstrukturierung und Neuverhandlung erzielt werden.
Zudem wurde der Materialstamm systematisch überarbeitet, ein Make-or-Buy-Check durchgeführt und die Lieferantenbasis konsolidiert. Das Vertragswesen wurde parallel angepasst und modernisiert.
Im Zuge der Maßnahmen konnten über 2.500 Artikel für das neue Kanban-System vorbereitet werden. Die Anzahl der Bestellpositionen und Materialentnahmen sank um über 25 %. Allein durch die Reduktion der Prozesskosten wurden über 500.000 EUR eingespart.
Eine komplett neue Montagelinie wurde auf Kanban-Basis implementiert.
In mehreren Warengruppen konnten Preissenkungen realisiert werden; in einem sicherheitsrelevanten Projekt (Defense-Bereich) wurde der Preis um 50 % reduziert – was Einsparungen von rund 480.000 EUR ergab.
Zudem konnten Preiserhöhungen über Mengenbündelung und Systematisierung im Kanban vermieden werden.